Wintermärchen.

… und als das hässliche junge Entlein eines Tages im Frühjahr 2018 sein Spiegelbild im Waldweiher Gattikon erblickte, war aus ihm ein schöner, weisser Schwan geworden. Wir wünschen allen ebenso viel Glück im neuen Jahr!

Massen Schlamassel.

65 Millionen Artgenossen sind weltweit zurzeit auf der Flucht. Ai Weiwei porträtiert sie in „Human Flow“. Der Filmtitel ist allerdings irreführend, denn viele Flüchtlinge stecken an einer Grenze fest. So kann es doch nicht weitergehen!

Rückblick.

Auf dem Albispass geniessen wir eine wunderschöne Aussicht auf zwei frühere Montage. Da unten im Alpamare haben wir noch vor kurzem gebadet. Und die Wolken über uns gab es früher einmal als Sonderangebot.

Momentaufnahme.

Irgendwie schnell in irgendeinem Zug irgendwo auf der Strecke zwischen Zürich und Konstanz mit irgendwelchen Leuten irgendwann am späteren Vormittag. Was wir mit Bestimmtheit sagen können: Es ist Montag.

Lustspiel.

Im Schauspielhaus Zürich wird „Der zerbrochene Krug“ gereicht. Es fällt der schöne Satz: Jeder trägt den leidg’en Stein zum Anstoss in sich selbst. In der gegenwärtigen Zeit der Sprachverrohung finden wir das einfach nur geil!

Himmelgrau.

Wie oft sind wir doch dieses Jahr schon an Montagen unter blauem Himmel über grüne Auen mit bunten Blumen vorbei an braunen Kuhfladen gewandert. Zur Abwechslung machen wir heute mal ein bisschen grau.

Espenlaub.

Temperatursturz am Wochenende. Am Sihlsee zittert eine kleine Pappel vor Kälte am ganzen Laub. Trotzdem und wider aller Vernunft haben sich weiter hinten einige Artgenossen bereits gänzlich entblättert.

Winterzeit.

Weil uns am Sonntagabend ungefragt 60 Minuten Tageslicht weggenommen wurde, haben wir die Uhren nochmals um 24 Stunden zurückgestellt. ’s bleibt Sonntag, ’s bleibt Sonntag, den ganzen Montag lang.

Base Jumper.

Sie schweben elegant an Steilwänden hinauf und hinab, stürzen sich plötzlich trudeln in die Tiefe um dann abrupt ihre Richtung zu ändern: Immer wieder suchen Vögel auf dem Schäfler nach dem ultimativen Kick.

Steinzeit.

Das Wildkirchli mit seinem spektakulären Gasthaus und den Felshöhlen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die ersten Touristen kamen aus dem Neandertal. Es gefiel ihnen hier so gut, dass sie bis 30’000 v. Chr. blieben.

Himmelfahrt.

Seit mittlerweile über drei Jahren ist bei ForsterEhrler der Montag ein gesetzlicher Feiertag. Am heutigen lassen wir alles Irdische unter uns und fahren per Seilbahn empor in die Herrlichkeit der Ebenalp.

Meilemer Tubel.

Weil der wohlhabende Zürcher Bürger Jakob Bletscher im 14. Jahrhundert die schöne Burg Friedberg beim Meilemer Tobel einfach verlottern liess, muss er seither zur Strafe jeden Montag einmal im kalten Dorfbach erscheinen.

Maxi Beiz.

Die Rösti im Alpenblick Meilen hätte pappiger sein können, die Schweinswürste etwas veganer, das Sinalco weniger fruchtig, das Ambiente hipper und die Witze des Tischnachbarn flacher. Wir können leider nur sieben von sechs Punkten geben.

Hallo Halluzinogen.

Beim Anblick des psychotoxischen Fliegenpilzes auf der Forch erweitern sich unsere Pupillen augenblicklich und nach kurzem, heftigen Entzücken empfinden wir Euphorie, welche bald darauf sanft in einen anhaltend seligen Glücksrausch mündet.

Warum? Warum?

Lieber Theo, zum letzten Mal: Nein, wir wissen auch nicht, warum der Hund hier beim Hallenbad Uitikon hinten blau ist, so dünne Beine mit nur drei Krallen dafür aber noch eine Hand und in der Stirn ein Loch mit einer ausfahrbaren Spraydose hat.

Einfach ehrlich.

Der herrliche Herbsttag lädt zum Kauf eines Duschkopfs ein! Aqua Symphony? Power & Soul? Oder vielleicht doch Euphoria Cosmopolitan? Der GROHE Rainshower passt am besten zu uns, denn „sein einfacher Strahl ist intuitiv und ehrlich“.

Retrospektive.

Früher konnten wir mit einem Fünfliber ganze Nachmittage an der Chilbi verbringen. Heute, am Knabenschiessen, reicht dieses Geld gerade noch knapp, um in aller Stille kurz Jubiläum zu feiern: 50 Jahre Zuckerwatte!

Uhrmenschen.

Dieses moderne Kunstwerk der SBB im Shopville Zürich steht zur richtigen Zeit am richtigen Ort und will uns Menschen sagen: Der Montag ist doch viel schöner, wenn man nicht genau wissen muss, wie spät es ist.

Testfrage.

Wir haben heute viel gelernt. Repetieren wir kurz: das schöne Hornissennest, welches wir im Wald am Ausgang der Höllgrotten an einem Vogelhäuschen entdecken, ist das jetzt ein Stalagmit oder ein Stalaktit?

Schulanfang.

Erste Geologiestunde nach den wie immer viel zu langen Sommerferien. Wir machen eine Exkursion in die Höllgrotten Baar und lernen dort, Stalaktiten von Stalagmiten zu unterscheiden: Titten hängen. Und Mieten steigen.

Pfeifkonzert.

Oberhalb vom Liplisbüel lauschen wir bei herrlicher Akustik dem Murmeltierchörli „Echo vom Chaiserstock“, welches immer wieder, zwar eintönig aber dafür recht vielstimmig, den Naturjuz „Miär pfiffid uf de Mändig“ anstimmt.

Schöpfungsgeschichte.

Gott schuf die Welt in nur sieben Tagen. Um allerdings die Achatsteine für Sigmar Polkes Kirchenfenster im Grossmünster so schön hinzukriegen, brauchte er dann nochmals ein paar Millionen Jahre.

Erstbesteigung.

Es soll tausende ignoranter Pariser geben, die noch nie auf dem Eiffelturm waren. Und sehr viele Zürcher, die noch nie das Grossmünster bestiegen haben. Seit heute, und nach 187 Stufen, sind es immerhin zwei weniger.

Postkarte.

Liebe alle. Wir senden euch sonnige Grüsse aus unseren Sommerferien in Hemberg, wo wir heute Morgen wohlbehalten angekommen sind. Am Abend fahren wir schon wieder heim. Freuen uns, bis wir euch endlich wiedersehen.